Compliance-Update: Monitoring für den August 2026

Wir monitoren und kuratieren die wichtigsten Nachrichten und Entwicklungen in Sachen Compliance für Euch. Dieses Mal PPWR, EUDR, PFAS, 

Compliance-News August 2026

Compliance-News August 2026

📦 VerpackDG-Bußgeldkatalog steht: 200.000 € Strafe & Registrierungsfrist bis 12. September

Das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) gilt seit dem 12. August – und der mitveröffentlichte Bußgeldkatalog (§ 66) hat es in sich:

  • Bis zu 200.000 € Bußgeld: Drohen bei fehlerhafter Systembeteiligung oder Betrieb ohne Zulassung (§ 66 Abs. 1 Nr. 3).
  • Bis zu 100.000 €: Werden bei fehlender Registrierung, fehlerhaftem Mengenstromnachweis oder unvollständiger Vollständigkeitserklärung fällig.
  • Bis zu 10.000 €: Betreffen formelle Pflichtverletzungen wie fehlerhafte Datenmeldungen nach § 9.
  • Knappe Frist (§ 68 Abs. 2): Wer unter dem neuen Recht erstmals registrierungspflichtig wird, muss die Registrierung bis zum 12. September 2026 abgeschlossen haben. Es verbleiben somit nur noch wenige Wochen!

Quelle der Meldung

📜 EUDR-Durchführungsgesetz: Bundeskabinett beschließt nationale Umsetzung

Am 12. August 2026 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf für das nationale EUDR-Durchführungsgesetz offiziell beschlossen. Damit setzt Deutschland den rechtlichen Rahmen für die Kontrolle entwaldungsfreier Lieferketten. Der Beschluss ergänzt die kürzlich vorgelegte Allgemeine Verwaltungsvorschrift (AVV), die unter anderem bürokratische Erleichterungen für kleine Waldbesitzer vorsieht.

QuelleQuelle

 Neue EU-Gesetzgebungsinitiativen & Batterie-Konsultation

Brüssel blickt bereits auf die zweite Jahreshälfte und plant zwei große Gesetzespakete:
  • Circular Economy Act (Q3/2026): Soll einen echten Binnenmarkt für Abfall und sekundäre Rohstoffe schaffen (Fokus: Recycling & kritische Rohstoffe).
  • Climate Resilience Framework (Q4/2026): Ein EU-weiter Rahmen für Klimavorsorge und Risikomanagement.
  • Plastikmüll-Exportverbot: Ab dem 21. November 2026 greift das EU-weite Verbot von Plastikmüll-Exporten in Nicht-OECD-Länder.
  • Batterie-Rezyklat: Noch bis zum 9. September 2026 läuft die EU-Konsultation zur Berechnung und Überprüfung des Rezyklatanteils für Lithium, Kobalt, Nickel und Blei in Batterien.
Quelle

🚫 PFAS-Verbot ab sofort in Kraft: „Forever Chemicals“ aus Food-Contact-Materialien verbannt

Mit dem schrittweisen Anwendungsbeginn der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gilt ab sofort ein striktes EU-weites Verbot von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Verpackungen, die die streng festgelegten Grenzwerte überschreiten, dürfen im EU-Binnenmarkt nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

  • Betroffene Produkte: Take-away-Behälter, Fast-Food-Verpackungen, Bäckerpapier, Mikrowellen-Popcorntüten und Pizzakartons.
  • Gesundheit & Umweltschutz: PFAS reichern sich dauerhaft in der Umwelt und im menschlichen Körper an. Sie stehen im Verdacht, Krebs, Immunstörungen und Nierenerkrankungen zu verursachen.
  • Rückverfolgbarkeit: Hersteller müssen Behörden lückenlose Informationen bereitstellen, um Verpackungen im Verdachtsfall bis zur Quelle zurückzuverfolgen.
 

„Die neue Verpackungsverordnung ist eine Investition in Europas Zukunft: Sie hilft, Abfall zu reduzieren, das Recycling zu steigern, Lebensmittelverpackungen durch die Begrenzung schädlicher Stoffe wie PFAS sicherer zu machen und unsere Abhängigkeit von primären Rohstoffen zu verringern.“

Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft

Quelle

📉 Verbindliche Reduktionsziele: 5 % weniger Verpackungsmüll bis 2030

Die PPWR begegnet dem stark steigenden Abfallaufkommen – aktuell rund 180 kg Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr in der EU – mit verbindlichen Vorgaben:
  • Müllreduktionspfad: Reduzierung des Verpackungsmülls um 5 % bis 2030 und um 15 % bis 2040 (bezogen auf 2018).
  • Ausgangslage: 2023 stammten 35,3 kg Müll pro Kopf aus fossilen Kunststoffen – davon wurden nur 42 % recycelt.
  • Weitere Meilensteine: Ab 2028 gilt ein EU-weit harmonisiertes Kennzeichnungssystem zur Mülltrennung für das Abfallmanagement. Bis 2030 müssen alle Verpackungen wirtschaftlich tragfähig recyclingfähig sein. Hinzu kommen Quoten für Wiederverwendung (Reuse), Leerraumbeschränkungen und verpflichtende Pfandsysteme (DRS) für Dosen und Plastikflaschen.
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Abschlusstext: Was steht an?

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Eure Produkt Compliance-Expertin

Rubina Brunst ist die Spezialistin für Matchings rund um Produkt- und Material-Compliance, DPP und PPWR bei Matchilla. Sie unterstützt Unternehmen dabei, die richtigen Softwarelösungen zu finden und teilt ihre Erfahrungen aus den vielen persönlichen Gesprächen regelmäßig in Artikeln.

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